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"So klingt reformiert"

Reformierte Kirche Köniz
Samstag 8. Juli 2017, 20.00 Uhr

Im Zentrum der geistlichen Musik der reformierten Tradition stehen die Psalmen, ausgehend von dem französischen Psalter, der auf Calvins Anregung und seinen Grundsätzen in Genf zur Reformationszeit entstand.
Fast von Anfang an wurden die kunstvollen Psalmmelodien zu mehrstimmigen Motetten verarbeitet. Diese Motettenkunst erreichte mit dem Niederländer Jan Pieterszoon Sweelinck zu Beginn des 17. Jahrhunderts ihren Höhepunkt, und mit einigen seiner Werken wird das Konzert eröffnet. Drei Psalmmotetten werden gerahmt durch zwei seiner Orgelwerke: eine für die niederländische Orgelkunst typische Echo-Fantasie und Variationen über ein Lied aus dem deutschen lutherischen Repertoire, das in Nordwestdeutschland und den Niederlanden neben den Psalmen ebenfalls verwendet wurde.
In einer Zeit, da in Deutschland die Annäherung zwischen Lutheranern und Reformierten gesucht wurde, schrieb Felix Mendelssohn Bartholdy seine geistliche Musik, vorwiegend über Psalmtexte, manchmal für Gottesdienste in England bestimmt,. Die Familie Mendelssohn war vom Judentum zum Christentum übergetreten, und zwar zur reformierten Konfession – entsprechend befand sich das Familiengrab in der Krypta der reformierten Parochialkirche in Berlin.
Das frühe 20. Jahrhundert vertritt im Programm der Schweizer Chorleiter Paul Fehrmann, einer der Mitbegründer des Schweizerischen Kirchengesangsbundes, und auch unser 21. Jahrhundert erhält seine Stimme in einem Werk des Amsterdamer Organisten und Chorleiters Christiaan Winter, einem der aktuell führenden Kirchenmusiker der Niederlande.
Wir beschränken uns aber nicht auf reformierte Komponisten: Sowohl der Lutheraner Heinrich Schütz – immerhin am calvinistischen Kasseler Hof zur Schule gegangen – als auch der Katholik César Franck haben Psalmenkompositionen geschaffen, die in unserem Programm die Brücke zu anderen große Repertoires schlagen.

Mitwirkende

Collegium Vocale Bern (Leitung: Michael Kreis)
Andreas Marti, Orgel